Was kann die Baugruppe für die Stadt leisten?

Que[e]r-Stadthaus soll beste Bauqualität erreichen (Niedrigenergie-Standard), ausgezeichnete Architektur und förderbar sein, um leistbaren Wohnraum zu schaffen. Das kann derzeit am besten in der Seestadt Aspern gelingen, weil dort hohe Baustandards mit sehr günstigen Mieten und niegrigen Eigenmittelanteilen kombiniert werden können.

Baugruppen können einen Beitrag leisten, unberücksichtigte Wohnbedürfnisse neu in die Planungen und in die Verwertungslogik der WohnbauträgerInnen einzubringen. So können Wohnformen wie z.B. Wohngemeinschaften (für StundentInnen, SeniorInnen) Wohnraum so unterteilen, dass noch günstigere Wohnformen enstehen.

 

Wer bist du? Was willst du?

Menschen in Baugruppen stellen sich zunächst Fragen, welche Soziologen, Architekten (…meist sind es Männer…) aus bisherigen Erfahrungen schon beantwortet glauben. Was aber, wenn man davon ausgeht, dass sich ein kontinuierlicher Kulturwandel vollzieht und die vergangenen Erfahrungen sogar hinderlich sind, neue Wohnbedürfnisse abzubilden. Die Bedürfnisse der StadtbewohnerInnen ändern sich im Zeitablauf, der Begriff Urbanität ist mit Veränderungsbereitschaft und Anpassungsfähigkeit verbunden – wenn Baugruppen unmittelbar mit gestalten und verändern können, nehmen sie sich ihrer Umgebung persönlich an und verändern Stadt qualitativ…

Baugruppen mit BauträgerInnen in Wien, geht das?

Diese Frage ist wohl anhand jedes einzelnen Projektes zu beantworten. Was ein Baugruppenprojekt voraussetzt, ist jedenfalls eine veränderte Einstellung aller, die bisher Wohnbau organisiert haben, und einen echten Beteiligtenprozess. Wird die Baugruppenidee von BauträgerInnen oder ArchitektInnen allerdings im Sinne des „Themenwohnens“ quasi als Marktingstrategie benutzt, können die sozialen Aspekte der Baugruppe nicht geschöpft werden und es handelt sich um keinen echten Beteiligtenprozess. Das Ergebnis ist dann eher eines des konventionellen Wohnens.

Eine Baugruppe nimmt ihre Arbeit mit dem Formierungsprozess auf, wird sich ihrer sozialen Bedürfnisse, den Anforderungen an das Wohnhaus und den jeweiligen persönlichen Wohnbedürfnissen klar. Ein konstruktiver Prozess wird am besten professionel z.B. durch eine/n ArchitektIn, die/der der Baugruppe nahesteht bzw. selbst TeilnehmerIn der Baugruppe ist, begleitet. Die ersten Interessent_innen lassen die Idee der Baugruppe entstehen und bilden den Identitätskern der Gruppe aus, die hinzukommenden Interessent_Innen bereichern und erweitern die Gruppe. Ein echter Beteiligtenprozess kann nicht von außen erfunden werden, im Gegenteil, er muss aus der ersten Interessent_innengruppe heraus organisch wachsen. Einen echten Beteiligtenprozess kann man auch nicht inszenieren oder von außerhalb der Gruppe gestalten, ansonsten droht eine Erosion der Gruppe und ihrer eigentlichen Idee.

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