Geschützt: Gemeinschaftstreffen am 12. März 2016

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Wofür steht Que[e]r im „Que[e]rbau“?

Que[e]r steht für selbstgewählte Identität, selbstgewählte Lebensweise und querdenken, unabhängig von propagierten Normen. Menschen mit bewusst gewählter Identität können sich dem  LGBTIQ-Personenkreises (Lesbisch, schwul, bi, trans*, inter) zuordnen, aber eben nicht nur. – Auch heterosexuell orientierte Menschen müssen zum Beispiel nicht unbedingt Interesse an Wohnungen haben, die ausschließlich für die angenommene „typische Kleinfamilie“ geplant wurden. Mit dem „Queer“-Begriff  wird beabsichtigt, die kategorial und bipolar gedachten Geschlechtergrenzen von Mann und Frau zu durchbrechen. Die hetero- aber auch homonormativen Diskurse sollen reflektiert werden.

Alternative Partner- und Familienformen wie Patchworkfamilien, Regenbogenfamilien usw. bedürfen häufig auch alternativer Wohnungsgrundrisse mit Wohneinheiten, die vielfältiger kombinierbar und koppelbar sind. Menschen wollen ihre  Lebens- und Wohnform insbesondere für ihre Kinder als „Selbstverständlichkeit“ im eigenen  Umfeld erleben.

Inklusion bedeutet, dass sich alle Menschen in ihrem Lebensumfeld zugehörig fühlen können. Integration bedeutet häufig nur einseitige Assimilation. (vgl. Pauser 2011)1

Que[e]rbau steht für die Möglichkeiten die Wohnung nach eigenen Bedürfnissen und Lebenslagen im Rahmen einer Baugruppe zu planen. Que[e]rbau steht nicht für ein „Ghetto für Schwule und Lesben“, sondern für gelebte Vielfalt in einem innovativen Stadtteil.

Das Sichtbarwerden von Vielfalt und Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Liebesformen ist Ausdruck von gelebter Urbanität und von Menschen, die sich aufgrund von sexueller Orientierung, Geschlecht, Hautfarbe, Alter, Behinderung, Religion, Herkunft usw. nicht einfach unter Überschriften subsumieren und damit zur Minderheit erklären lassen wollen. Que[e]r steht für die existierende Vielfalt des Lebens und es geht um unterschiedliche individuelle Fähigkeiten und Interessen, die für eine Hausgemeinschaft und Nachbarschaft belebend und interessant sein können.

Selbstgewählte Identiät und querdenken sind innovativer, als das unreflektierte Übernehmen von (hinderlichen) Normen, Überschriften und Schlagwörtern, die ihrerseits häufig nur zur Verstärkung von Vorurteilen führen.

1) Pauser 2011, Exkurs Diversity & Inclusion – Macht Vielfalt Schule?, S 51ff In Praxisbuch Diversity Management, Hrsg. Pauser & Wondrak, Facultas-WUVerlag, Wien